Psychologiestudium – Diplom

Während des Studiums an der TU Berlin habe ich mir ein solides Basiswissen verschafft und mich gleichzeitig mit Themen beschäftigt, die mich interessieren:

  • Selbsthilfestrategien
  • Kontrollüberzeugungen
  • Zusammenhang zwischen Denken, Einstellungen und Verhalten
  • Psychopathologie und Diagnostik
  • Auch mein erster Kontakt mit Kommunikationstheorien und systemischem Denken stammt aus meiner Studienzeit.

Psychiatrie und Pharmaforschung

Hier habe ich verschiedene Varianten abweichenden Verhaltens kennen gelernt, mich mit Fragen von Normalität und Gesundheit beschäftigt und festgestellt, dass ich mich auch gut in ungewöhnliche Denkmuster einfinden kann.

Daneben konnte ich mich stärker mit dem Thema Selbsthilfestrategien beschäftigen und fand den Ansatz der „erlernten Hilflosigkeit“ faszinierend: Wenn jemand durch einen bestimmten Lernprozess in Hilflosigkeit und Depression verfallen kann, dann muss es doch anders herum möglich sein, dass Umlernen die eigenen Einflussmöglichkeiten verstärkt …

Forensische Psychologie

Als Anstaltspsychologin im Jugendstrafvollzug habe ich täglich Jugendliche und junge Erwachsene kennen gelernt und durch sie verstanden, warum Menschen kriminell oder gewalttätig werden können – und dass es diese Möglichkeit für jede/n von uns gibt.

Das hat dazu geführt, dass ich meist sehr lange und präzise nachfrage, ehe ich mir ein Urteil bilde (wenn es darum überhaupt geht) und mich auch in unerwünschte, wie beispielsweise aggressive Empfindungen einfühlen kann. Ich habe in meinen Jahren in der Forensik niemanden kennen gelernt, von dem ich behaupten kann, er sei durch und durch schlecht oder böse – vorausgesetzt ich mache mir die Mühe, genauer hin zu gucken.

Außerdem konnte ich meine diagnostischen Kenntnisse während der Mitarbeit an Personalauswahlverfahren für Vollzugsbeamtenanwärter anwenden und vertiefen.

Weiterbildung

Meinen Wechsel in die Weiterbildung empfand ich als einen Übergang in eine andere Welt: Gestern arbeitete ich noch mit Dealern, Dieben und Gewalttätern und dann bestand meine Zielgruppe plötzlich aus Akademikerinnen / Akademikern und Führungskräften aus dem Personalbereich.

Gemeinsam mit einem Kollegen habe ich eine Umschulungsmaßnahme zum „Referent/-in für Personal-, Sozial- und Bildungswesen” organisiert, durchgeführt und die Begleitforschung dazu gemacht. Dazu gehörten Verhandlungen mit Führungskräften aus dem Personalbereich ebenso wie die Erstellung und Präsentation von Forschungsberichten.

Während dieser Zeit habe ich gelernt, wie viel Aufwand gute Bildungsmaßnahmen bedeuten – und wie Inhalte formuliert sein sollten, damit sie jeder Mensch beim ersten Lesen verstehen kann!

Training und Beratung

Dann verstärkte und entwickelte ich meine Tätigkeit als selbständige Trainerin, Beraterin und Coach. Seit 1990 arbeite ich freiberuflich mit wechselnden Schwerpunkten: anfangs Kommunikation und Gesprächsführung, dann Dienstleistungs- und Kundenorientierung, später Umgang mit Konflikt- und Belastungssituationen. In den letzten Jahren verstärkt Selbstbehauptung und Positionierung.

Coaching macht mittlerweile etwa die Hälfte meines Jahresumsatzes aus – denn Hilfe zur Selbsthilfe führt zu schneller Unabhängigkeit – nicht zu „Daueraufträgen“ 🙂