@ugenblicke 12 – Loslassen – entspannen – glücklich sein

Wer will das nicht – zumindest können?

Wenn wir uns mit unserer Stimmung und Verfassung beschäftigen, erwischen wir uns oft dabei, wie verkrampft und angespannt wir sind: Wir machen uns endlose Gedanken über alles Mögliche, ohne uns dabei bewusst zu sein, dass all dieses Nachdenken, Grübeln hauptsächlich Versuche sind, die Themen „in den Griff“ zu bekommen – obwohl wir eigentlich wissen, dass es so nicht funktioniert! 

Deshalb fordert uns John C. Parkin in seinem gleichnamigen Buch zum Loslassen auf – wenn auch mit einer ungewöhnlich flapsigen, manchem vielleicht harsch erscheinenden Formulierung: „Fuck It!“, was im Deutschen wohl einem „Scheiß drauf!“ entspricht.

Zucken Sie jetzt zurück? Fühlen sich überrumpelt, und dann noch so unflätig?
Schade – einerseits: weil dieser @ugenblick Ihnen dann womöglich nichts gibt.

Andererseits mag das egal sein, weil Sie längst bei der klassischen Literatur zu Spiritualität fündig geworden sind und die meisten hier genannten Aspekte eh bereits kennen und womöglich gar praktizieren? Umso besser!

Für diejenigen unter Ihnen, die es gern direkt und ungeschönt mögen, bringt dieses Buch auf den Punkt, wie viel leichter unser Leben werden kann, wenn wir immer mehr Dinge, Ereignisse & Fakten akzeptieren lernen, die wir eh nicht beeinflussen können – und das sind weit mehr als wir meist wahrhaben wollen!

Eine Hauptthese ist, dass wir uns das Leben dadurch unnötig schwer machen: indem wir allen möglichen Aspekten eine große Bedeutung beimessen und ihnen so gestatten, über unser Glück und Unglück zu bestimmten: Geld, Gesundheit, Wetter, Beziehungen, Selbstkontrolle, Klimawandel – um nur einige aus der bunten Mischung zu nennen.
Je mehr wir uns auf die einfache Formel besinnen können, dass unser Leben immer JETZT stattfindet, in jedem einzelnen Moment – und ja, auch in diesem, in dem Sie gerade meinen Newsletter lesen – und akzeptieren, dass jegliches Grübeln und Sinnieren über all das, was jetzt gerade nicht hier stattfindet, uns aus diesem Moment entfernt, desto achtsamer und bewusster leben wir!

Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie jegliches Denken und Planen einstellen sollen – aber es sollte doch in einem sinnvollen Verhältnis stehen zum Umsetzen des Gedachten und Geplanten, statt es im Extremfall zu ersetzen und unmöglich zu machen!
Und da unser Geist und unser Körper bekanntlich untrennbar mit einander verbunden sind, ist es hilfreich, Ihre neue, entspannte Haltung auch in verschiedenen Körperhaltungen zu verankern und spürbar zu machen: Dazu werden verschiedene bequeme Positionen im Sitzen oder Stehen beschrieben mitsamt der dazu gehörigen Atmung und der Wirkung, die die jeweilige Stellung hat.

Ein Beispiel, damit Sie gleich wieder etwas ausprobieren können – neben dem einfachen Experiment, zu etwas innerlich „Scheiß drauf!“ (oder, etwas sozial verträglicher: „F I!“)zu sagen, was Sie gerade aufregen oder belasten will:

Die Stellung trägt den bildhaften Namen „der Pfau breitet seine Schwingen aus“ und basiert auf der Sofa-Grundposition:

  • bequem angelehnt
  • Ihre Füße parallel zu einander in Schulterbreite auf dem Boden
  • Wirbelsäule entspannt mit aufrechtem Kopf (nicht nach oben gedreht)
  • mit entspanntem Kiefer die Zungenspitze hinter die oberen Schneidezähne

Dann

  • verschränken Sie Ihre Hände hinter dem Kopf und
  • legen die Daumen genau an die knochige Unterkante des Hinterkopfes,
  • massieren diesen Bereich mit den Daumen und
  • atmen langsam in diese Position hinein

Sie werden nicht nur merken, wie Ihre Energie wieder freier zu fließen beginnt, son-dern auch wie sich Ihre Atmung durch die nach hinten gezogenen Schultern vertieft. Zusätzlich können Sie durch das Massieren der Schädelunterkante Stress-Symptome reduzieren, besonders Kopfschmerzen und Augenprobleme… wenn das nicht zumindest ein paar Versuche wert ist, weiß ich’s nicht.

Wer von Ihnen jetzt genauso neugierig ist wie ich es damals war, wird die Literatur problemlos in jeder guten Buchhandlung finden.

Wer sich allerdings als ErbsenzählerIn kennt oder eine völlig neue Lösung aller alten Probleme erwartet, wird enttäuscht werden – also alles wie immer: den einen gefällt’s und hilft’s – den anderen nicht!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen fröhliches und erfolgreiches Experimentieren mit dem Loslassen im Hier und Jetzt – in welcher Form und Sprache auch immer!

Mit ganz herzlichen Grüßen
Ihre Jutta Nather